Gehebelte ETFs – sinnvoll oder nicht?
Wen könnte dieses Thema interessieren?
Gehebelte ETFs sind beliebt. Doch für wen sind sie geeignet und wer sollte lieber die Finger davonlassen? Dem gehen wir mal auf den Grund.
Was sind Hebel-ETFs?
Hebel-ETFs bilden einen Index in einer Form nach, die dazu führt, die Wertentwicklung des Index um einen bestimmten Faktor gesteigert darzustellen. Steigt also der Vergleichsindex an einem Tag um 1 % und der Hebel-ETF hat den Faktor zwei, so steigt der Kurs des gehebelten ETFs um 2 %. Fällt der Index um 1 %, fällt der ETF um 2%.
Hebel-ETFs kaufen daher, im Vergleich zu herkömmlichen ETFs, nicht die im Index enthaltenen Aktien, sondern geeignete Derivate oder Swaps.
Wie funktionieren Hebel-ETFs?
Der Hebel wird börsentäglich auf Basis des Schlusskurses vom Vortag neu berechnet. Der Hebel wirkt dabei in Bezug auf die tägliche Kursentwicklung. Durch das tägliche Rebalancing verändert sich die Ausgangsbasis für die Kursentwicklung ständig. Langfristig führt das dann zu durchaus stärkeren Abweichungen von der Entwicklung des Vergleichsindex. Das nennt man auch Pfadabhängigkeit. Diese Abweichungen müssen allerdings nicht zwingend positiv verlaufen, gerade auch wenn der Vergleichsindex sehr volatil ist.
Wann lohnen sich gehebelte ETFs?
Grundsätzlich sind solche ETFs nicht für langfristige Investments gedacht. Sie eignen sich, um kurzfristig bei massiv steigenden Kursen von dieser Entwicklung überdurchschnittlich zu profitieren.
Welche Risiken bestehen bei Hebel-ETFs?
Grundsätzlich kann sich natürlich auch so ein ETF tendenziell anders verhalten als erhofft. Allerdings wirkt sich das dann um ein Vielfaches stärker aus als bei einem ETF ohne Hebelwirkung. Das erschwert es dann später wieder in die Gewinnzone zu gelangen, wenn es plötzlich doch für längere Zeit sehr volatil war bzw. es eine anhaltende negative Entwicklung gab. Gehebelte ETFs sind daher nicht weniger riskant als klassische Derivate. Letztlich ist so ein Hebel-ETF nichts anderes als ein großer Korb voller Derivate.
Ob und in welchem Umfang nun gehebelte ETFs in dein persönliches Portfolio passen, kannst aber letztlich nur du selbst entscheiden.
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