Umfrage zeigt Skepsis gegenüber gesetzlicher Rente
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Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze Für eine repräsentative Studie hat forsa im Juni 2026 in unserem Auftrag 1.515 Menschen ab 18 Jahren befragt. Die wichtigsten Ergebnisse:
- Rund die Hälfte der 18- bis 39-Jährigen (52 bzw. 50 Prozent) kann sich vorstellen, ein Altersvorsorgedepot eröffnen oder von einem bestehenden Riester-Vertrag dorthin wechseln.
- 70 Prozent der Deutschen fühlen sich bei der Rente gegenüber früheren Generationen benachteiligt – bei den unter 30-Jährigen sogar 96 Prozent.
- Niemand unter 30 erwartet, dass die gesetzliche Rente im Alter vollständig reichen wird.
- 81 Prozent bewerten die bisherigen politischen Reformbemühungen zur privaten Altersvorsorge als schlecht.
Das neue Altersvorsorgedepot, das ab dem 1. Januar 2027 verfügbar sein soll, trifft vor allem bei der jüngeren Zielgruppe auf positive Resonanz. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Befragung, die das Meinungsforschungsinstitut forsa für uns durchgeführt hat. 52 Prozent der 18- bis 29-Jährigen halten es für wahrscheinlich, ein Altersvorsorgedepot zu eröffnen oder von einem bestehenden Riester-Vertrag dorthin zu wechseln; bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 50 Prozent. Über alle Altersgruppen hinweg hält es knapp ein Drittel (31 Prozent) für wahrscheinlich – bei den über 60-Jährigen dagegen nur 15 Prozent.

Dass die Jüngeren vorangehen, ist nur folgerichtig: Wer noch Jahrzehnte bis zur Rente hat, profitiert von einer kapitalmarktnahen Anlage am meisten.
Darüber hinaus zeigt sich in der Studie: Gerade die Kernzielgruppe für das neue Produkt, also die 18- bis 39-Jährigen, misstraut dem bestehenden System am stärksten.
Kaum Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung – vor allem bei den Jungen
Das Gefühl, schlechter dazustehen als frühere Generationen, ist insgesamt weit verbreitet: 70 Prozent der Befragten sehen ihre Generation bei Rente und Altersvorsorge als benachteiligt an. Doch dieser Frust verläuft klar entlang der Altersgrenzen. Während sich 70 Prozent der 18- bis 29-Jährigen als „sehr benachteiligt" empfinden, sind es bei den über 60-Jährigen nur 7 Prozent. Zählt man die „eher Benachteiligten" hinzu, fühlen sich bei den unter 30-Jährigen sogar 96 Prozent benachteiligt. Umgekehrt sieht ein großer Teil der Älteren seine Generation als gleichgestellt an.

Entsprechend ernüchternd fällt das Urteil über die Politik aus: 81 Prozent bewerten die bisherigen Reformbemühungen zur privaten Altersvorsorge als eher oder sehr schlecht, nur 13 Prozent vergeben ein positives Urteil.

Dazu passt der Blick auf die eigene Zukunft: Nur 27 Prozent rechnen damit, dass die gesetzliche Rente ihren Lebensunterhalt im Alter vollständig oder zum größten Teil decken wird. Besonders drastisch bei den Jüngsten: Kein einziger der unter 30-Jährigen erwartet, dass die gesetzliche Rente im Alter vollständig reichen wird – bei den über 60-Jährigen sind es immerhin 16 Prozent. Entsprechend machen sich 70 Prozent der Befragten wegen ihrer persönlichen Rentenlücke große oder einige Sorgen – mit deutlichem Gefälle nach Alter und Einkommen.

Fazit
Das Gesamtbild ist vor allem eine Geschichte zweier Generationen. Auf der einen Seite die Älteren, für die das bestehende Rentensystem weitgehend funktioniert hat und in dem sie sich gut aufgehoben fühlen. Auf der anderen Seite die Jüngeren, die diesem System am stärksten misstrauen, sich benachteiligt fühlen und kaum noch darauf bauen, dass die gesetzliche Rente allein reichen wird. Zugleich ist rund die Hälfte der Jüngeren bereit für Neues: sie wollen ihre Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen, denken in langen Anlagehorizonten und sind bereit, den Schritt an den Kapitalmarkt zu gehen.
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